Call4Script-Stefan Kirsch - E-Mail-Management, E-Mail-Marketing-Nutzen-29.05.2006,  ONEtoONE

(aus ONEtoONE Print, Ausgabe 06/2006)
Channel: Mail Services
Internet und Print-Mails sind kombinierbar

Über Web-basierte Technik lässt sich das Fulfillment vereinfachen. Gedruckte Werbebotschaften liegen trotz E-Mail-Marketing im Trend.
Das Internet kann Dialogprozesse, die früher per Print realisiert wurden, zunehmend ersetzen. Dass der typische Response-Weg für Anmeldungen oder Bestellungen via Print durch das Internet deutlich zurückgegangen ist, räumt Jürgen Freier von Meiller Direct ein. Auch Standardinformationen, die bisher als Werbemittel verschickt wurden, würden zunehmend durch das Internet abgelöst und als PDF-Datei ins Web gestellt, um dort heruntergeladen zu werden. „Ein wichtiger Grund für diese Tendenz ist die allgemeine Beschleunigung der Informationsübertragung durch neue Medien. Der Interessent setze eine rasche Verfügbarkeit von Standardinfos voraus, unnötige Wartezeiten für Konfektionierung und Versand seien nicht akzeptabel.

Allerdings zeige gerade dieser Trend neue Wege und Möglichkeiten des Fulfillment auf. Der Kunde wünsche eine immer schnellere und individuellere Ansprache von Seiten der Hersteller oder Einzelhändler. Freier: „Dies wird durch individuell zugeschnittene Produkte erreicht wie zum Beispiel den individuellen Automobilprospekt. Der Interessent stellt sich dabei sein gewünschtes Fahrzeug im Internet individuell zusammen. Er legt beispielsweise fest, welche Farbe der Wagen haben soll, ob er ein Leder-Interieur wünscht, ein Schiebedach oder eventuell 17-Zoll-Alu-Felgen. Am nächsten Tag erhält er einen in Echtfarben via Digitaldruck erstellten achtseitigen Prospekt, in dem er exakt das Auto wiederfindet, das er sich „zusammengestellt hat.

Freier: „Auch das Thema Bestellungen wird durch das Internet wesentlich vereinfacht, da zum Beispiel Bonitätsprüfungen oder Adresskorrekturen bereits online durchgeführt werden können. Dadurch könne dem Hauptziel, nämlich der Präsentation und dem Verkauf von Produkten, mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dies bedeute schlussendlich für die Dienstleister, dass nur noch hochwertige Produkte für das Fulfillment genutzt würden.
Dass webbasierte Technologien das eigene Fulfillment optimieren, betont auch Roland Wacker von GHP: „Warenbewegungen sind dank Pocket-PCs und WLAN ständig nachvollziehbar - für uns selbst und für unsere Kunden. Auch die Nachverfolgung von Waren durch die Versender sei ein Verdienst webbasierter Technologie. E-Mail-Marketing hat sich als wichtiger Bestandteil von Marketingkampagnen längst etabliert. Zu den unbestreitbaren Vorteilen gehören die Schnelligkeit der Zustellung und die niedrigen Kosten für die Durchführung einer Kampagne. Trotzdem sind Unternehmer der Direktmarketing-Branche davon überzeugt, dass Printmailings Zukunft haben. „Kaum ein Medium verdrängt ein anderes wirklich, meint Jürgen Hufnagel von GHP. Im Gegenteil: Insbesondere bei Groß- und Spezialversendern, der Telekommunikations- und Finanzdienstleistungsbranche und auch bei Reiseveranstaltern steige das Aufkommen von Print-Mailings.
Hufnagel: „Das gedruckte Mailing bietet einfach immer noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten, um Kaufanreize zu wecken und den eigenen USP in den Vordergrund zu rücken. Dirk Wolf von Skriptura ist der Meinung, die E-Mail-Werbung sei „gerade dabei, sich selber zu strangulieren. Er habe von Unternehmen in den USA gehört, die E-Mails zu Werbezwecken wieder abgeschafft haben. „Wenn die Spam-Problematik nicht schnellstens beseitigt wird, sage ich diesem eigentlich äußerst sinnvollen Medium keine Zukunft in der Werbung voraus.


Daniel Deckers von Atrikom ist überzeugt, dass das Thema Print aus dem Dialogmarketing nicht wegzudenken ist. „Es gibt immer noch genügend Aufgabenstellungen, bei denen ein per Post verschickter Brief oder ein Päckchen besser ankommt. Es komme dabei auf das Produkt, das Thema und die Zielgruppe an. „Eine ältere Zielgruppe wird sich im Allgemeinen mit einem webbasierten Mailing eher wenig auseinander setzen und die Papierform bevorzugen. Zudem würden die Besitzer von E-Mail-Accounts heute mit einer Flut unerwünschter Zusendungen strapaziert.
Hier gelte es, als Absender beim Empfänger bekannt zu sein, damit die Mail nicht gleich ungelesen gelöscht werde. „Oft bekommt man seitenlange Mails mit vielfachen Links als so genannte Newsletter zugeschickt. Niemand kann das alles lesen, findet Decker. „Beim gedruckten Mailing ist eine knappe Darstellung der Botschaft im Gegensatz dazu notwendig. Und wenn eine Broschüre beigelegt werden soll oder ein Give-away, bleibe nur der postalische Weg.

Auch Henning Borek ist sich sicher, dass keine Verdrängung des Printmailings stattgefunden hat, gerade weil es so viel Spam gebe. „Das Mailing hat an Bedeutung gewonnen, weil es klar und ehrlich beim Empfänger ankommt. Ohne unseriöse Informationen abzufordern oder ominöse Angebote zu machen. Der Unternehmer plädiert für ein Zusammenspiel aller verfügbaren Medien. So könne man beispielsweise in Mailings auf besondere Features im Internet verweisen und dem Kunden Informationszusendungen per E-Mail bestätigen. „E-Mail-Marketing und Direct Mail sind hervorragend kombinierbar und können über das Internet optimal gesteuert werden.

Das Mailing als Marketingmedium konnte sich in einigen Bereichen kontinuierlich verbessern, betont Jürgen Freier. „Beispielsweise, wenn es um die Darstellung von variablen und adressatenbezogenen Informationen in hoher Qualität geht. Zudem seien die Preise für die Printprodukte aufgrund des gestiegenen Automatisierungsgrades mittlerweile extrem niedrig. Freier: „Kurzum, das Printmedium wird auch in Zukunft nicht wegzudenken sein und hat seinen festen Platz im Marketingmix der Kanäle. eaz
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